Cyberattacken: 800 Millionen Schadprogramme gefährden die deutsche Wirtschaft

Cyberkriminalität ist ein Massenphänomen: 800 Millionen Schadprogramme gefährden die deutsche Wirtschaft. 84 Prozent der Industriebetriebe klagen, dass Cyberattacken zunehmen. Zeit, die Schutzmaßnahmen zu erhöhen.

Montagmorgen, 9 Uhr, in der zweiten Etage eines Kölner Bürogebäudes: Ein Mitarbeiter prüft seine E-Mails, in der linken Hand einen Kaffee, um die Müdigkeit zu vertreiben. Im Postfach eine E-Mail von PayPal. Der Bezahldienst fordert den Mitarbeiter auf, seine Identitätsdaten zu bestätigen, mit einem Klick auf einen Link – schließlich ist gerade die Datenschutzverordnung (DSGVO) in Kraft getreten.

Ein Klick, der verheerend ist, denn die E-Mail ist eine perfekt designte Fälschung. Unbemerkt installiert sich eine Schadsoftware, mit der die Kriminellen Konstruktionspläne des neuen Produktes von der Festplatte ziehen. Ein GAU, der sich in einigen Wochen als Todesstoß für das Unternehmen erweisen wird.

Deutsche Industrie unter Dauerbeschuss: Jeden Tag 390.000 neue Varianten von Schadsoftwares

Cyberattacken sind längst kein Einzelfall mehr. Die Angriffe sind ein Massenphänomen, das immer bedrohlicher wird (s.d. IT-Kriminalität verursacht Milliardenschäden). Mittlerweile gibt es über 800 Millionen Schadprogramme – jeden Tag kommen 390.000 neue Varianten hinzu, zeigt der Lagebericht 2018 zur IT-Sicherheit in Deutschland des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Die deutsche Industrie steht unter digitalem Dauerbeschuss: Es gibt 800 Millionen Schadprogramme – jeden Tag kommen 390.000 Varianten hinzu.

„Die deutsche Industrie steht unter digitalem Dauerbeschuss – von digitalen Kleinkriminellen, über die organisierte Kriminalität bis hin zu Hackern im Staatsauftrag“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Qualität und Umfang der Cyberangriffe werden weiter zunehmen.“ Und sie machen auch vor Smartphones nicht halt. Allein für das mobile Betriebssystem Google Android existieren über 27 Millionen Schadprogramme.

„Unternehmen müssen eine Sicherheitskultur im Betrieb etablieren“

Die deutsche Wirtschaft ist in Alarmbereitschaft. Für 84 Prozent der Industrieunternehmen hat die Anzahl der Cyberattacken in den letzten zwei Jahren zugenommen, für 37 Prozent stark. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom, die 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche befragt hat. Was die Betriebe tun, um sich zu schützen?

Jeder Betrieb setzt auf Firewalls, Virenscanner und regelmäßige Backups für Daten. 59 Prozent schulen Mitarbeiter zu Sicherheitsthemen, 58 Prozent haben einen Sicherheitsverantwortlichen bestellt. „Unternehmen müssen eine Sicherheitskultur im Betrieb etablieren“, ist Berg überzeugt. „Gerade durch Mitarbeiterschulungen lässt sich die Sicherheit im Unternehmen einfach und nachhaltig verbessern.“

24 Prozent der Befragten führen sogenannte Penetrationstests. Mit diesen simulierten Angriffen aus Sicht eines Hackers finden Betriebe Schwachstellen in der IT. Jedes fünfte Unternehmen benutzt Intrusion Detection Systeme, die Angriffe erkennen können. Und fünf Prozent der Unternehmen ab 500 Mitarbeitern setzen auf Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, um sich gegen Spionage, Sabotage und Datendiebstahl zu schützen – eine Maßnahme, die für 84 Prozent der Gesamtindustrie hingegen noch kein Thema ist.

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